Der kleine Kurort Wyk auf Föhr ist sehr schön gelegen, im Osten der Insel geschützt vor den frischen Westwinden der Nordsee. Man kann angenehm bummeln durch die kleinen Gassen mit vielen Cafes, Restaurants, Butiken. Doch irgendwann ist man damit durch und man hat Lust auf etwas anderes.
Heute ist das Wetter einmal schön, windstill bei 5 Grad Celsius und strahlend blauer Himmel. Da mache ich mich auf den Weg zum Seedeich, der nördlich vom Wyker Hafen anfängt und über 20 km (?) die Nordküste der Insel schützt. Links von mir liegt die Marsch, Wiesen und Gräben, bis oben hin mit Wasser gefüllt. An einigen Stellen sind Wiesen leicht überflutet, es hat in den letzten Tagen geregnet. Rechts das Wattenmeer, das gerade von der Flut versteckt wird. Kleine harmlose Nordsee-Wellen plätschern an den Strand. Vor mir erstreckt sich der Deich, keine Menschenseele ist zu sehen. In der Ferne erkenne ich einige Schafe, deren Aufgabe es ist, das Gras auf dem Deich kurz zu halten. Die vollautomatischen Rasenmäher. Nach etwa einer Stunde erreiche ich die „Nase“ der Insel Föhr, den östlichsten Punkt der Insel Föhr. Die Windräder am Oevenumer Deich lassen so zu sagen die Flügel hängen, da ihnen der Wind fehlt. Über der Boldixumer Vogelkoje erhebt sich ein Schwarm Gänse, der wohl durch irgendetwas gestört wurde. Ich lasse die Einsamkeit und die Ruhe noch ein wenig auf mich einwirken und mache kehrt. Mit dem Gefühl, mich gut erholt zu haben kehre ich nach Wyk zurück und begebe mich in meine gemütlich Ferienwohnung an der Nordsee. Ja, schön ist es hier!